- Drucktechnik
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Beschnittzugabe
Als »Beschnittzugabe« oder »Anschnitt« wird der zu bedruckende Raum bezeichnet, der bei einem randabfallenden Druckprodukt – d.h. bei einem Druck bis zum unmittelbaren Rand des Bedruckstoffs – über das beschnittene Endformat (z.B. DIN A4) hinausgeht. Die dafür umgangssprachliche Bezeichnung »Überfüller« für die Beschnittzugabe ist daher per Definition falsch!
→ siehe auch Überfüllen
Anwendung
Um ein sauberes, randloses bzw. randabfallendes Druckwerk zu erhalten, druckt man dieses zuerst auf ein größeres Medium und beschneidet es dann auf das gewünschte Endformat. Durch die Beschnittzugabe wird gewährleistet, dass sich über die Schnittkante hinaus noch das Druckbild befindet und es somit beim Formatschnitt zu keinen unschönen bzw. unprofessionellen weißen Streifen (ugs. »Blitzer«) am Rand kommt.
Dafür müssen in der Druckvorlage alle grafischen Elemente, wie beispielsweise ein farbiger Hintergrund, Bilder, Linien oder Flächen, die bis zum Rand des Endformats sichtbar sein sollen, über diesen Rand hinaus angelegt werden. Im Offset- und Digitaldruck ist dies bei Standardpapiergrößen im DIN-Format üblicherweise eine allseitige Zugabe von 3 mm. Durch den Einsatz von hochmodernen, genauen Druckmaschinen sind heute bereits geringe Beschnittzugaben von nur 1 mm zulässig.
Im Zweifelsfall sollte jedoch immer mit der Druckerei Kontakt aufgenommen werden, um die jeweilige Beschnittzugabe auf den korrekten Wert einzustellen. Vor allem bei digitalen Workflows kann so vermieden werden, dass es zu Fehlermeldungen kommt, wenn der eingestellte Wert der Beschnittzugabe nicht mit dem definierten Wert des Workflows der Druckerei übereinstimmt.
Bei größeren Dokumentformaten oder besonderen Verarbeitungsmethoden des Druckwerks kann die Beschnittzugabe auch durchaus größer ausfallen (z.B. bei Buchdeckel, Bannerdruck mit Randverstärkung etc.).
Texte: Eigeninterpretationen des Autors, sowie auszugsweise aus typolexikon.de, Wikipedia und dem Schulbuch »Medien verstehen – gestalten – produzieren«, vereinfacht formuliert und für Berufsschüler·innen aufbereitet.
Grafiken: © Christian Jungmeier